Blick über den Kakao-Waldgarten der Finca El Porvenir, Alta Verapaz

DaliLeo

Criollo-Kakao aus Agroforst­wirtschaft

Aus einer ehemals ausgelaugten Kaffeeplantage im Zentrum Guatemalas ist ein diverses Agroforstsystem geworden.
DaliLeo – das sind Beronica, Lorenzo und ein Wald, der den Criollo zurückbringt.

450Hektar Land in Alta Verapaz
2009Beginn der Aufforstung
150.000nachgepflanzte Hartholzbäume
als Schattenspender
100 %Strom aus eigener Wasserkraft
DaliLeo · I

Das Projekt

Eine Finca im Polochic-Tal, 450 Hektar, ein Wasserstromgenerator und eine Idee:
Aus einer ehemaligen Kaffeeplantage wird ein Criollo-Kakao-Renaturierungsprojekt, in dem alles – vom Samen bis zum Block – an Ort und Stelle entsteht.

Farm-Fakten · Der Ort – Im Herzen Guatemalas, am Fuße der Sierra de las Minas
Farm-Fakten · Der Ort

Im Herzen Guatemalas, am Fuße der Sierra de las Minas

Die Finca El Porvenir liegt im Polochic-Tal in Alta Verapaz, zwischen Semuc Champey und dem Río Dulce – auf dem Land der Maya Q’eqchi’. Vor fast 20 Jahren war das hier eine alte Monokultur-Kaffeeplantage, deren Wald drumherum eher abgeholzt als gefördert wurde.

Der Kakao · Die Sorte – Criollo – die feine, alte Sorte
Der Kakao · Die Sorte

Criollo – die feine, alte Sorte

DaliLeo baut Criollo an, die ursprüngliche Kakaosorte Zentralamerikas: fein, floral, kaum bitter, mit cremigem Fett. Weil Criollo weniger Früchte trägt und empfindlicher ist als Hybride, wurde er fast überall verdrängt. DaliLeo holt ihn zurück.

Mehr über Criollo →
Der Kakao · Die Anbauweise – Ein Wald statt einer Plantage
Der Kakao · Die Anbauweise

Ein Wald statt einer Plantage

Kakao wächst bei DaliLeo nicht in Reihen, sondern in einem Wald aus mehreren Stockwerken: im Schatten hoher Harthölzer, zusammen mit Kardamom und Kaffee. Schweine, Schafe und andere Tiere halten das Unterholz kurz und düngen den Boden.

Das Ergebnis: Der Boden speichert mehr Wasser, das Mikroklima bleibt feucht und kühl – so, wie der empfindliche Criollo es braucht. Was die Chemie ersetzt, sind Menschen mit Macheten – und ein System, das sich selbst erhält.

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Farm-Fakten · Die Energie – Strom aus der Quelle
Farm-Fakten · Die Energie

Strom aus der Quelle

Die Finca liegt ländlich abgeschieden – eine Infrastruktur für Elektrizität gab es dort nicht. Jetzt kommt ihr Strom aus einer eigenen Wasserturbine, gespeist von den Quellen auf dem Gelände, ergänzt durch Solar. Damit laufen Licht, Werkstatt und die Steinmühlen, in denen der Kakao gemahlen wird, aus erneuerbaren Quellen.

Energie
  • Eigene Wasserturbine, Quellwasser vom Gelände
  • Solar als Ergänzung
  • Steinmühlen laufen mit Wasserkraft
Die Verarbeitung

Vom Baum zum Block

Alles passiert auf der Farm. Sechs Schritte, alle von Hand – und am Ende ein Block aus hundert Prozent Kakao.

Schritt 1: Ernte – Jede Frucht wird von Hand geerntet und geöffnet, die Bohnen nach Qualität sortiert
1 ErnteJede Frucht wird von Hand geerntet und geöffnet, im Anschluss werden die Bohnen nach Qualität sortiert.per Hand
Schritt 2: Fermentation – Frische Kakaobohnen in der Holzkiste zwischen Bananenblättern
2 FermentationIn Kisten zwischen Bananenblättern beginnt der Fermentationsprozess. Die Glukose des Fruchtfleischs startet einen Gärungsprozess, der 3–6 Tage dauert.3–6 Tage
Schritt 3: Sonne – Die Bohnen trocknen an der Sonne und werden regelmäßig gewendet.
3 SonneDie Bohnen trocknen an der Sonne und werden regelmäßig gewendet.sonnengetrocknet
Schritt 4: Feuer – Gefühlvoll und leicht über offenem Feuer geröstet, damit der Charakter
4 FeuerGefühlvoll und leicht über offenem Feuer geröstet, damit der Charakter des Criollo bleibt.handgeröstet
Schritt 5: Stein – Stunden, manchmal Tage in der Steinmühle – angetrieben von der eigenen
5 SteinStunden, manchmal Tage in der Steinmühle – angetrieben von der eigenen Wasserkraft.Wasserkraft
Schritt 6: Block – 100 % Kakaomasse mit rund 53 % Kakaobutter. Kein Zucker, keine Zusätze
6 Block100 % Kakaomasse mit rund 53 % Kakaobutter. Kein Zucker, keine Zusätze.100 % Kakao
Waldweg auf der Finca El Porvenir
Alles auf der Farm – vom Samen bis zum Block verlässt nichts die Finca.
Das Produkt

Ein 100%iger Kakaoblock

Kakaomasse aus regenerativer Agroforstwirtschaft in Guatemala. Fermentiert, sonnengetrocknet, leicht geröstet und fein steingemahlen – cremiger Kakao, ideal für den täglichen Genuss & Zeremonien.

DaliLeo 100 % Kakao Ritual – Kakaoblock aus Criollo, 450 g100 % Criollo

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100 % KakaoCriolloAgroforstSteingemahlen
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DaliLeo · II

Die Menschen dahinter

Beronica und Lorenzo führen die Finca – sie kümmert sich um Produktion und Qualität, er baut das Agroforstsystem und die technische Infrastruktur. Zusammen mit ihnen arbeiten Familien aus den umliegenden Dörfern:
die Frauen in der Verarbeitung, die Männer in Baumpflege und Ernte.

Zwei Welten, eine Idee – Beronica & Lorenzo
Zwei Welten, eine Idee

Beronica & Lorenzo

Beronica und Lorenzo lernten sich vor mehr als zwei Jahrzehnten kennen – auf Lorenzos Reise durch Guatemala. Er kam in das Hotel, in dem sie als Hotelfachfrau arbeitete; ziemlich schnell verliebten sich die beiden ineinander.

In der Wirtschaftskrise Guatemalas erwarben sie gemeinsam die ehemalige Kaffeeplantage – und begannen eine Farm, auf der Maya-Weisheit und Agroforst-Design ineinandergreifen.

Beronica Chiyal – Maestra de cacao
Maestra de cacao

Beronica Chiyal

Geben aus Liebe – und dankbar sein für das, was das Land zurückgibt.

Beronica ist Maya Kaqchikel. Kakaoanbau und den Umgang mit dem Land hat sie als Kind von ihrer Großmutter gelernt. Auf der Finca verantwortet sie Produktion und Qualität – von der Auswahl der Bohnen bis zum fertigen Block. Zu den Zeremonien auf der Farm gehört auch ihr Dankbarkeitsritual.

Laurent „Lorenzo“ Maniet – Architekt des Waldes
Architekt des Waldes

Laurent „Lorenzo“ Maniet

„Wir verkaufen keine Bonbons.
Kakao ist eine Medizin.“

Lorenzo kommt aus Québec und arbeitete in der Finanzwelt von Montreal, bevor er Anfang der 2000er alles hinter sich ließ. In Guatemala fand er die verlassene Kaffeeplantage – und entwarf daraus ein Agroforstsystem – für uns eine der eindrucksvollsten Farmen, die wir bisher in Zentralamerika gesehen haben.

Die Verarbeitung – Frauenpower
Die Verarbeitung

Frauenpower

Die Verarbeitung auf der Finca liegt in Frauenhänden. Die Frauen sortieren die Bohnen, wachen über Fermentation und Trocknung, rösten über dem Feuer und mahlen den Kakao. Das Rösten ist dabei Gefühlssache: leicht und kurz, damit das Aroma bleibt.

Gerade alleinstehenden Frauen aus der Umgebung bietet die Farm einen sicheren Arbeitsplatz. Sie werden hier geschult und können unabhängig von Männern eine eigene Arbeit ausüben – was in Guatemala leider noch unüblich ist.

Fermentierte, getrocknete Kakaobohnen im Korb
Rösten der Kakaobohnen über offenem Feuer
Geröstete Kakaobohnen auf dem Metate, dem Mahlstein, vor dem offenen Feuer
Erde & Pflege – Die Männer –Macheten statt Herbizid
Erde & Pflege

Die Männer –
Macheten statt Herbizid

Die Männer kümmern sich um Erde und Pflege: Sie schneiden das Unterholz, veredeln junge Bäume, pflanzen nach, ernten und halten die Wege frei.
Alles von Hand – auf 450 Hektar.

„Mit der Nutzung von Herbiziden hätte ich in zwölf Jahren rund 300.000 Dollar gespart“, rechnet Lorenzo vor. Stattdessen sind daraus Arbeitsplätze geworden – für Männer aus den umliegenden Q’eqchi’-Dörfern, mit Ausbildung im Kakaohandwerk und einem Einkommen, das im Tal bleibt.

Die Männer –Macheten statt Herbizid · Foto 1
Die Männer –Macheten statt Herbizid · Foto 2
Dorf & Schule – Familien, die mitwachsen
Dorf & Schule

Familien, die mitwachsen

Je nach Saison leben und arbeiten bis zu sechzig Menschen auf dem Gelände, die aus den umliegenden Dörfern kommen.

Gekocht wird gemeinsam; über achtzig Prozent des Essens stammen vom eigenen Land.
Dazu kommen die Gäste: Permakultur-Design-Kurse, „Cacao Convergences“ und Zeremonien, die Älteste aus der Region begleiten – mit Marimba, Feuer und Kakao. So bleibt die Finca ein Ort, an dem Wissen in beide Richtungen weitergegeben wird.

Die anderen Bewohner

Wer sonst noch mitarbeitet

Schweine, Schafe, Kühe, Pferde, Vögel – sie halten das Unterholz kurz, düngen den Boden und gehören zur Gemeinschaft der Finca wie die Menschen.

Ferkel – Halten das Unterholz kurz und wühlen den Boden auf
FerkelHalten das Unterholz kurz und wühlen den Boden auf
Schweine – Dünger für den Kakao – ganz ohne Chemie
SchweineDünger für den Kakao – ganz ohne Chemie
Schafe – Weiden zwischen Kardamom und Harthölzern
SchafeWeiden zwischen Kardamom und Harthölzern
Kühe – Milch und Dung für die Finca
KüheMilch und Dung für die Finca
Pferde – Tragen Ernte und Lasten über die Wege
PferdeTragen Ernte und Lasten über die Wege
Montezuma-Stirnvögel – Der Wald bringt die Vögel zurück
Montezuma-StirnvögelDer Wald bringt die Vögel zurück
DaliLeo · III

Criollo Blanco Kakao

Sortenerhalt · Die weiße Bohne – Den Criollo zurückholen
links: Hybrid/Forastero, lila · rechts: Criollo, weiß
Sortenerhalt · Die weiße Bohne

Den Criollo zurückholen

Echter Criollo Blanco hat weiße Bohnen, die sich erst nach kurzem Trocknen lila färben; Hybride und Forastero sind von Anfang an lila. Weil Kakao kreuzbestäubt wird, können die Bohnen einer einzigen Frucht bis zu 30 verschiedene Väter haben – die Criollo-Genetik verwässert schnell, wenn andere Sorten in der Nähe stehen.

Lorenzo hat in der Region nach reinen Bäumen gesucht und 19 Criollo-Mutterbäume gefunden, die er isoliert hält. Die Farm ist in Sektoren geteilt, die Bäume stehen rund 4,5 Meter (15 Fuß) auseinander, natürliche Barrieren trennen die Linien – so bleibt die Kreuzbestäubung unter Kontrolle; Hybride werden systematisch entfernt.

Sortenerhalt · Die Veredelung – Alte Triebe auf junge Bäume
Sortenerhalt · Die Veredelung

Alte Triebe auf junge Bäume

Damit die Criollo-Linie wächst statt zu verschwinden, werden junge Bäume veredelt: Triebe alter Bäume mit hohem Weißbohnen-Anteil werden auf kräftige Unterlagen gepfropft. Lorenzo und die Männer der Finca machen das von Hand, Schnitt für Schnitt.

Veredelung
  • Pfropfen: Trieb des Mutterbaums auf junge Unterlage
  • Auswahl nach Weißbohnen-Anteil
  • Handarbeit in der Baumschule
  • Ziel: reiner Criollo in allen Sektoren
Baumschule der Finca: Reihen junger Setzlinge unter dem Palmdach
Alte Triebe auf junge Bäume · Foto 2
DaliLeo · Anbau

Agroforst

Agroforstwirtschaft heißt: Nutzpflanzen wachsen nicht auf freiem Feld, sondern in einem Wald aus mehreren Stockwerken – so, wie in der Natur. Bäume, Sträucher, Kräuter und Tiere ergänzen sich, statt zu konkurrieren.

Kakao ist ein Baum des Unterholzes: In der Natur steht er im Halbschatten größerer Bäume, geschützt vor praller Sonne und Wind. Genau das baut Lorenzo nach.
Pro Baum fällt die Ernte geringer aus als in den üblichen Monokultur-Plantagen.
Doch ein Agroforstsystem bietet dafür mehr Vielfalt: Kardamom, Kaffee, Harthölzer wie Teak, Mahagoni und Zedro, Honig, Fleisch und Fisch – sowie eine höhere Resilienz gegenüber Krankheiten wie Moniliasis und klimatischen Veränderungen.

Das Agroforstsystem der Finca El Porvenir – junge Kakaobäume im Schatten hoher Harthölzer
Das Agroforstsystem der Finca El Porvenir
Höhebis 30 m
Das SchattendachSeit 2009 wurden in El Porvenir 150.000 selbst gezogene Hartholzbäume gepflanzt: Teak, Mahagoni, Zedro.
Sie filtern das Licht, brechen den Wind und halten das Wasser im Boden.
Harthölzer als Schattendach
Höhe3–6 m
Die Kakao-EbeneIm Halbschatten der Harthölzer wächst der Kakao – dazu Kaffee und Kautschuk (Ule).
Feucht, kühl, windgeschützt – das Mikroklima, das der empfindliche Criollo braucht.
Junger Kakaobaum im Halbschatten der Harthölzer
Höhebis 2 m
Die MischkulturMannshoher Kardamom: Die Region Alta Verapaz ist eines der größten Kardamom-Anbaugebiete der Welt. Dazu wachsen dort Heilpflanzen und Indigo, der als Naturfarbe und Dünger dient.
Mannshoher Kardamom zwischen den Bäumen
HöheBoden
Tiere & BodenSchweine, Schafe und Kühe halten das Unterholz kurz und düngen durch ihre Exkremente.
Enten und Hühner picken Schädlinge, Bienen bestäuben, Tilapia wachsen im Teich. Laub und Tiere ernähren den Boden – ohne Dünger von außen.
Schafe im Waldgarten
Die Baumschule

Jeder Baum beginnt hier

Alle Bäume der Finca – Harthölzer wie Kakao – stammen aus der eigenen Baumschule. Unter Palmdächern keimen die Samen in Erdsäcken, wachsen im Halbschatten heran und werden erst gepflanzt, wenn sie kräftig genug sind.

Die Baumschule der Finca: Reihen junger Kakao-Setzlinge in Erdsäcken unter dem Palmdach
Der eigentliche Sinn

Mehr Kakao, mehr Wald

Es geht nicht nur darum, die Essenz des Kakaos zu bewahren – ob in der Tasse, als Block oder in der Zeremonie. Es geht darum, der Erde etwas zurückzugeben: Je mehr Kakao DaliLeo produzieren und teilen kann, desto mehr wächst der artenreiche Wald dort. Die Hänge der Finca El Porvenir, reich an Flora und Fauna, dienen den Produkten – vor allem aber sichern sie wachsende Ökosysteme über Generationen. In der Hoffnung, andere zur Aufforstung und nachhaltigen Landwirtschaft zu bewegen.

Zwei Hände halten aufgeschäumten Kakao in halbierten Kakaofrüchten