Würziger Maya-Kakao aus Antigua, zeremoniell geweiht: Cacao Jun Ajpu entsteht seit 2009 von Hand – auf Stein gemahlen und in kleinen Produktionschargen von rund 23 Kilo hergestellt.
Verwurzelt im Herzen Guatemalas und getragen vom Kalender der Maya, bringt Cacao Jun Ajpu Lebendigkeit in Körper und Geist. Der zeremonielle Kakao wird von Hand gefertigt, ist biologisch angebaut und erhält bei einer Feuerzeremonie seinen Segen. Ein Rezept mit Zimt, Chili, Vanille und Panela, das die Sinne weckt und das Herz öffnet – Geschmack, Lebenskraft und Zeremonie in einer Tasse.
Schmecke den Ursprung. Schmecke die Magie.

Vier Schritte, alle in Guatemala, alle von Hand.

Die Gründerin von Cacao Jun Ajpu heißt Gg. Sie arbeitet heute nicht nur als Chocolate Maker, sondern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in den Kalender der Maya vertieft, ihn studiert – und ist heute eine Maya-Priesterin, eine Ajq’ij.

Der Kakao für die Zubereitung stammt aus zwei Kakao-Anbauprojekten, die sich selbst stark für regenerative Agroforstwirtschaft und den Erhalt alter Sorten engagieren. Für den Jun-Ajpu-Kakao werden Trinitario Acriollado – eine criollo-nahe Sorte – und weitere Criollo-Linien verwendet.
Die Anbaugebiete befinden sich im guatemaltekischen Tiefland: eine Region mit vielen Vulkanen, mineralreichen Böden, verlässlichem Regen und dadurch einem besonderen Klima. Es ist eines der ältesten Anbaugebiete Guatemalas – hier wird seit rund 3.000 Jahren Kakao kultiviert.
Kakao war in ganz Mesoamerika heilig: als Pflanze, als Nahrung und als lebendiges Symbol für Wiedergeburt und Erneuerung. Vieles davon ist heute verloren. Selbst die Familien, die Kakao anbauen, trinken ihn meist nicht mehr – die eigene Ernte wird verkauft, im Dorf steht Industriekakao im Regal, und die Zeremonien, die zum Kakao gehörten, sind oft vergessen.
Genau hier setzt Jun Ajpu an. In kleineren Dörfern hilft das Team den Frauen, eigene Wertschöpfung aufzubauen, und unterstützt ihre Projekte, damit sie am Markt teilhaben können – und mit dem Kakao auch das Wissen um ihn im Dorf bleibt. Gg hält als Ajq’ij die Verbindung zwischen Kakao und der Linie der Maya lebendig und bringt die Zeremonie in ihrer ursprünglichen Form zurück.


Für die Maya war Kakao weit mehr als ein Getränk: ein heiliges Geschenk, das in Zeremonien, Ritualen und als Opfergabe zu besonderen Anlässen diente. Als göttliche Essenz galt der Schaum. Er stand für Reinigung und Erneuerung – körperlich wie seelisch – und war die am höchsten geschätzte Eigenschaft des Getränks. Erzeugt wurde er, indem man den Kakao aus großer Höhe von einem Gefäß ins andere goss, so wie es unzählige Maya-Gefäße, Funde und Texte zeigen. Genau das siehst du auf dem Foto.
Zwei Frauen tragen Cacao Jun Ajpu – Gg und Fatima – und mit ihnen die Bauernfamilien und Dörfer.
Vor fast zwei Jahrzehnten machte sich Gg als Journalistin auf die Suche nach den Spuren der Maya-Kultur. Sie blieb – und lernte über Jahre bei Ältesten in den Bergen, auf Märkten und bei Zeremonien, bis sie selbst als Ajq’ij, als Tageshüterin, initiiert wurde. Von Antigua aus begleitet sie bis heute die Bauernfamilien, von denen ihr Kakao kommt.
„Das Einzige, was damals fehlte, war ein guter Kakao. Ich fand keinen – und das in der Wiege allen Kakaos. Ich wollte kein Unternehmen gründen, ich wollte nur Kakao zu den Zeremonien bringen. Damals wurde dort keiner serviert!“
Überlieferte Rezepte, wie die Maya ihren Kakao in Zeremonien zubereiteten, gab es keine mehr. Also begann Gg zu experimentieren – und spürte sich über Jahre in den Geschmack hinein. Das Ergebnis ist der würzige Jun Ajpu Kakao: eine lebendige Erinnerung daran, wie Kakao in den Zeremonien einst getrunken wurde – und nun wieder.

Fatima ist Maya Kaqchikel aus San Antonio Aguas Calientes, einem Dorf bei Antigua. Seit 2019 lernt sie bei Gg und begleitet sie im Unternehmen – heute trägt sie die tägliche Arbeit in der Werkstatt mit.
Ihr Alltag: Sortieren, Rösten, Mahlen, Verpacken – und der Blick dafür, wann eine Charge gut ist.
Gg beschreibt sie als „eine wahre Meisterin des Kakaos“ und „eine Naturgewalt“, die die Werte über das Geschäft stellt: keine Abkürzung bei Qualität oder Tradition, auch nicht für Tempo oder Gewinn. „Sie ist das Netz, das alles zusammenhält.“

Hinter jeder Bohne stehen kleine Familienbetriebe in Escuintla und Izabal, die ihren Kakao im Wald ziehen und von Hand ernten. Jun Ajpu kennt sie persönlich und kauft direkt, Gesicht zu Gesicht – die kurzen Wege zur Werkstatt machen es möglich, jede Ernte persönlich abzuholen. Bezahlt wird bewusst mehr als der Markt.
Auf den Farmen wachsen neben Kakao Schattenbäume, Obst und Gewürze – der Wald ist das Kapital, nicht die Plantage. Fermentiert und getrocknet wird in traditionellen Verfahren.

In San Andrés Osuna und anderen Maya-Gemeinden liegt vieles rund um den Kakao in Frauenhänden: das Sortieren der Bohnen, das Rösten auf dem Comal, das Mahlen auf dem Stein und die Zubereitung des Getränks für Feste und Zeremonien. In San Andrés Osuna ist daraus ein gemeinsames Projekt geworden, das Jun Ajpu unterstützt – damit die Frauen aus dieser Arbeit ein eigenes Einkommen machen können.

Jede Charge Jun Ajpu trägt den Nawal des Tages, an dem sie gemacht wurde. Was das bedeutet, erklären wir hier bald ausführlich – mit den 20 Nawales, den 13 Zahlen und deinem eigenen Tageszeichen.

Der heilige Kalender der Maya, der Cholq’ij, zählt 260 Tage: 20 Nawales, die sich mit 13 Zahlen verbinden. Jeder Tag hat eine eigene Kraft.